Der Audioguide macht auf sichtbare und unsichtbare koloniale Spuren im Freiburger Stadtbild aufmerksam. Ob in der Forschung, in Ausstellungen oder »Völkerschauen«, in Kolonialwarenläden, bei Ansprachen und auf kulturellen wie politischen Veranstaltungen: Über Jahrzehnte fanden in Freiburg koloniale Aktivitäten statt. Der Audioguide von freiburg-postkolonial.de führt an Orte dieser Geschehen und wirft Schlaglichter auf die Frage, wie der Kolonialismus auf das Denken in dieser Stadt gewirkt hat.
Hinweise auf die koloniale Vorgeschichte gut besuchter Orte fehlen im heutigen Stadtbild weitgehend, ob in den Gebäuden der Universität, im Museum oder im Stadtgarten. Und auch die kolonialen Bezüge Freiburger Straßennamen sind nicht immer offensichtlich. Hunderte Menschen passieren täglich den Universitätsplatz, an dem die Kolonialeiche gepflanzt wurde, oder das Gebäude, in dem Human Remains aus fernen Länderrn gesammelt wurden.
Der Audioguide freiburg-postkolonial erinnert an koloniale Geschehen und Geschichten. Zudem fragt nach den Verflechtungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen der lokalen Alltagswelt und dem heutigen Blick in die Ferne und auf die Fremde. Dabei verhandeln die einzelnen Stationen des Audioguides, wie koloniale und kolonialrevisionistische Bewegungen das Denken in dieser Stadt bis heute geprägt haben. Neu: Der Audioguide berücksichtigt den Prozess um Restitution und Rehumanisierung - etwa die Rückgabe von Human Remains oder die Umbenennung von Straßennamen mit kolonialem Kontext.
Freiburg, 2025
(Die Stationen 3,4,7 und 8 wurden 2025 dank der Förderung von Brot für die Welt und der Stiftung zusammenarbeit und Entwicklung überarbeitet und neu porduziert. Die Station 9 ist in diesem Jahr neu hinzugekommen. Anregungen sind willkommen!)