Im Jahr 1876 gründete der belgische Geschäftsmann Georges Nagelmackers die
Compagnie Internationale des Wagons-Lits. Seine Vision: der erste internationale Luxus-Nachtzug. Der Name dieser Legende? Orient-Express. Berühmt wurde er auch durch
Agatha Christies Kriminalroman Mord im Orient-Express – ein mehrfach verfilmter
Klassiker.
Im Jahr 1883 fuhr der Schlafwagen zum ersten Mal von Paris nach Konstantinopel, dem
heutigen Istanbul. Die Reise dauerte nur 82 Stunden. Für Nagelmackers lohnte sich die
Verbindung trotz nur dreißig bis vierzig Fahrgästen pro Woche. Das zeigt, wie exklusiv und
teuer die Fahrkarten gewesen sein müssen.
Der Zug galt als Grandhotel auf Schienen und bot einen völlig neuen Reisekomfort. Die
Abteile schmückten Holzvertäfelungen mit Jugendstil-Intarsien, unter anderem von René
Lalique. Zur Ausstattung gehörten Möbel aus weichem Leder, Vorhänge aus Genfer
Velours und Bettwäsche aus Seide. Hinzu kamen Duschkabinen und Toiletten aus
Marmor, eine Zentralheizung, eine Bibliothek und Eisschränke. Sogar das Geschirr war
eine Spezialanfertigung von Nagelmackers, angepasst an die Bewegung des Zuges.
Comfort erhielt hier eine völlig neue Form.
Ein Abendessen im Speisewagen dauerte bis zu drei Stunden. Serviert wurde Haute
Cuisine aus stets frischen Lebensmitteln. Passend zur Reiseroute kamen lokale
Spezialitäten der durchfahrenen Länder auf den Tisch: Kaviar aus Rumänien, Stör aus der
Donau oder türkischer Pilaw.
Während des Ersten Weltkriegs stand der Zug still. Ab 1919 rollte er wieder – unter dem
neuen Namen Simplon-Orient-Express und auf einer neuen Route. Diese führte nun von
Paris über Venedig nach Konstantinopel – und nicht mehr über München und Wien. Im
Jahr 1977 wurde der Betrieb schließlich vollständig eingestellt.
Orient-Express
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Autres étapes de cette visite audio :
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