Miniaturen von Pflanzen, Tieren und weiblichen Körpern, kombiniert mit geschwungenen
Linien – um 1900 verschwammen die Grenzen zwischen Schmuck und Skulptur. Diese
neue Formensprache markiert einen Wendepunkt in der Schmuckkunst. Während im
Goldschmiedehandwerk bisher vor allem historistische Vorbilder aufgegriffen wurden,
entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts völlig neue Gestaltungsideen. Einer der
bedeutendsten Wegbereiter dieser Entwicklung war René Lalique.
Bereits 1876 begann Lalique seine Ausbildung beim renommierten Pariser Juwelier und
Goldschmied Louis Aucoc. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in England arbeitete er
als freier Designer für namhafte Häuser wie Jacta, Boucheron, Cartier und Gariod.
Anschließend eröffnete er sein eigenes Atelier in Paris.
Auf der Suche nach einer neuen Ästhetik richtete Lalique seinen Blick auf die Natur.
Pflanzen, Insekten und Frauenfiguren wurden zu zentralen Motiven seiner Entwürfe.
Ebenso innovativ war seine Materialwahl: Neben Gold und Diamanten verwendete er
Halbedelsteine, Perlen, Glas, Horn, Elfenbein und Emaille. Der Wert seiner
Schmuckstücke lag deshalb nicht allein in den verwendeten Materialien, sondern vor
allem in ihrer außergewöhnlichen handwerklichen Qualität und künstlerischen
Gestaltung.
Besonders geschätzt wurde Laliques Schmuck von selbstbewussten und
unkonventionellen Frauen. Zu seinen berühmtesten Kund*innen zählte die
Schauspielerin Sarah Bernhardt, eine der schillerndsten Persönlichkeiten ihrer Zeit. Für
sie entwarf Lalique unter anderem einen opulenten Kopfschmuck.
Als Höhepunkt seiner Karriere gilt die Weltausstellung von 1900 in Paris. Dort präsentierte
der Künstler seine Werke einem breiten und internationalen Publikum. Felix Vallotton hielt
diesen Moment eindrucksvoll auf einem Holzschnitt fest.
René Lalique
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